Freitag, 19.06.2026
Lesung von Dagmar Leupold: Muttermale
Johannesstr. 20, 56112 Lahnstein
Wie blickt eine Gesellschaft auf sich selbst, wenn die Waffen schweigen, aber die Wunden noch offen sind? Das Theater Lahnstein widmet sich ab März einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Zeit nach der Katastrophe. Unter dem Titel „Nach dem Krieg am Mittelrhein“ startet ein Gesamtprojekt, das wissenschaftliche Analyse und künstlerische Reflexion vereint.
Den Kern der Reihe bildet die zeitgeschichtliche Vortragsreihe, in der erfahrene Stadtarchivare und Privatforscher an fünf Abenden im Zeitraum vom 17. März bis 23. Juni aus unterschiedlichen lokalgeschichtlichen Blickwinkeln der Frage nachgehen, wie das Kriegsende 1945 in der Region zwischen Koblenz und Kaub ablief.
Virtuos, behutsam und unerbittlich erzählt die gebürtige Lahnsteinerin Dagmar Leupold von Erinnerung, Herkunft und Fremdheit.
In ihrem Roman „Muttermale“ nähert sie sich der Geschichte ihrer eigenen Mutter: geboren vor über hundert Jahren in Ostpreußen, geflohen vor der Roten Armee, über Umwege im Westen Deutschlands gelandet. Dort beginnt ein neues Leben in einer Nachkriegsgesellschaft, in der der Krieg bald nicht mehr zur Sprache kommt.
Doch die Erfahrungen von Flucht, Verlust und Fremdheit wirken weiter – auch im Verhältnis zwischen Mutter und Tochter.
„Muttermale“ ist der literarische Versuch einer Annäherung. Dagmar Leupold greift auf das zurück, was vom Leben der Mutter geblieben ist: Fotografien, Alltagsgegenstände, Gewohnheiten, Wörter und Sätze. Dinge, die über die Zeit hinweg weiter von ihr erzählen.
Die Lesung ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Stadtbücherei Lahnstein und dem Theater Lahnstein und findet am 19. Juni um 19.30 Uhr im Theater statt.
Tickets erahlten Sie online auf der Seite des Theater Lahnstein, in der Tourist-Information Lahnstein oder bei allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional.



